Die Geburt unserer zweiten Tochter Carlotta

So, ihr Lieben! Viele von Euch haben auf Instagram mitgefiebert, wann Carlotta sich nun endlich auf den Weg machen würde. Vom Gefühl her, dachte ich eigentlich, dass sie schon vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt kommen würde. Die letzten Wochen der Schwangerschaft waren sehr anstrengend – vor allem mit Kleinkind Mia. Täglich trank ich ungefähr 1-2l Himbeerblättertee (Lockerung der Beckenmuskulatur). Endlich hatten wir den errechneten Geburtstermin erreicht und es gab keinerlei Anzeichen dafür, dass es bald losgehen würde. Wieder vergingen eins, zwei, drei, vier Tage. Mittlerweile war ich auch alle zwei Tage beim Frauenarzt zur Kontrolle, was ich als sehr anstrengend empfand. Am fünften Tag ging ich dann in die Apotheke, um mir Heublumenbad (Lockerung des Beckenbodens) zu kaufen.

Im Internet hatte ich mich viel dazu belesen, was es für wehenfördernde Hausmittel gibt und auch Ihr habt mir so viele Tipps über Instagram geschrieben. Ich trank tagsüber viel Zimt- oder Himbeerblättertee, aß alles mit doppelter Portion Zimt und täglich machte 2-3 mal täglich Heublumen- Sitzbäder.

Am Freitag, ET+6, wollte ich nun den Wehencocktail trinken. Ich muss nämlich sagen, dass ich so gar keine Lust auf eine Einleitung hatte. Nach 10 Tagen hätte ich diese noch verweigert, aber mit zwei Wochen drüber bestehen die Ärzte bei uns sozusagen darauf. Zurück zum Wehencocktail… ich fuhr also wieder in die Apotheke, um mir Rizinusöl zu besorgen (wirkt stark abführend, durch die Darmbewegung sollen Wehen ausgelöst werden). Allerdings trank ich das Gemisch nicht sofort, sondern putzte erst noch das ganze Haus und bereitete alles für die Geburt vor. Ich war mir zu 100% sicher, dass die Wehen auch wirklich einsetzen würden, wenn ich erstmal den ‚Zaubertrank‘ getrunken hatte.

Samstag, den 4. Februar 2017 – wir aßen alle gemeinsam lange und ausgiebig Frühstück. Um 12.20Uhr trank ich einen Cocktail bestehend aus 2 Teelöffel Rizinusöl und 250ml Ananassaft. Allerdings ohne Sekt (Alkohol und Kohlensäure verstärken die Wirkung). Um 14.45Uhr ging der Schleimtropf ab und zu um 17Uhr machte ich ein Heublumen- Sitzbad. In den vielen Stunden verspürte ich insgesamt nur 2 ganz leichte Wehen, die auch nur ein paar Sekunden anhielten. Um 18Uhr stieg ich nochmal in die große Badewanne, in der Hoffnung, dass durch das heiße Bad die Wehen so richtig ausgelöst werden. Brachte leider nichts. Nachdem ich Mia ins Bett gebracht hatte (18.45Uhr) nutze ich die Zeit zu Zweit mit meinem Freund 😉 Wieso ich das jetzt hier schreibe??? Viele von Euch hatten mir über Instagram geschrieben, dass Sex am Beste hilft, um die Wehen in Gange zu bringen (Prostaglandine im Sperma können zur Reifung des Muttermunds beitragen).

Hem ja… bei uns hat es funktioniert, denn um Punkt 19.30Uhr fingen die ersten Wehen an. Spürbar aber nicht schmerzhaft. Auf einer Skala von 1-10 (1= leichte, spürbare Wehen; 5=gut aushaltbare Wehen; 10= sehr sehr starke Wehen) =3. Hach, was freute ich mich! Innerhalb einer Stunde wurden aus diesen leichten Wehen wirklich starke Wehen in einem Abstand von 7-8min. Auch wenn man sagt, dass man ab dem zweiten Kind schon ins KH sollte, sobald die Wehen 10-13min auseinander sind… ich hatte nicht das Gefühl, dass es schon so weit ist. Ich fühlte mich gut. Ich empfand keine Schmerzen. Das Ziehen und Brennen im Rücken war gut auszuhalten. Ich lief also in der Küche umher und musste mittlerweile bei den Wehen verharren und war nicht ansprechbar. So langsam machte sich dann auch der Rest der Familie fertig, da ich langsam das Gefühl hatte in Richtung Krankenhaus fahren zu müssen. Um Punkt 20:45Uhr gingen wir in Richtung Haustür… als ich auf einmal Mia oben an der Treppe weinen hörte.

Von jetzt auf gleich hörten die Wehen auf. Unglaublich. Ich lief zu Mia und legte mich mit ihr ins Bett, in der Hoffnung, dass sie wieder in den Schlaf zurück fand. Nach einer ganzen Stunde und keiner einzigen Wehe gingen wir gemeinsam nach unten, da sie einfach nicht mehr schlafen konnte. Ich glaube, dass sie spürte, dass etwas los war. Ich war traurig, weil die Wehen ausgesetzt hatten und nicht wieder anfingen. Zur Erklärung: meine Wehen davor waren so stark das ich mich festhalten musste, nicht ansprechbar war und das Gefühl hatte ich muss jetzt wirklich ins Krankenhaus! Zu um 22Uhr hatte sich Mia beruhigt, aß fleißig und spielte Klavier. Alles war entspannt… und schwups, die Wehen fingen wieder an (auf der Skala eine 5). Innerhalb von 2 Wehen und 14min wurden aus diesen mittleren Wehen wieder sehr starke. Ich wollte los ins Krankenhaus. Mia war zu dieser Zeit mit ihrem Onkel im Kinderzimmer, sodass wir unbemerkt losfahren konnten (22.25Uhr).

Um 22.45Uhr kamen wir im Krankenhaus an. Die Hebamme staunte nicht schlecht. Zweite Schwangerschaft, Wehen im Abstand von 5min (Stärke 7), Muttermund 5cm geöffnet und ich die Mama kommt ganz entspannt hereinspaziert. Ich ging direkt ins Vorbereitungszimmer zur 30minütigen CTG-Kontrolle (Messung der Herzfrequenz des Babys). Die Wehen waren mittlerweile im Abstand von 4min (Stärke 8). Also ab in den Kreißsaal (23.15Uhr).

Übrigens betreute uns die gleiche Hebamme wie schon bei Mia. Eine ganz liebe und ruhige junge Frau von 25Jahren. Mit im Kreißsaal waren also die Hebamme, mein Freund und meine Mama. Ich lief herum und nebenbei unterhielten wir uns. Durch die Bewegung waren die Wehen super auszuhalten. Was mir aber besonders gut geholfen hat: sobald sich eine Wehe ankündigte, klopfte mir meine Mama rhythmisch auf den Steiß. Hört sich komisch an (die Ärzte die zwischendurch reinkamen beobachteten uns auch ganz erstaunt), aber es hilft! Meine Mutter hat meine große Schwester, ihr erstes Kind, auf Madagaskar bekommen. Dort halfen ihr die Frauen aus dem Dorf genau auf diese Art und Weise. Ich weiß nicht was genau daran hilft, aber die Schmerzen sind soooo gut auszuhalten. Ach und der Satz den ich ein paar Mal von meiner Mama hörte: ‚Diederikchen, halt noch ein bisschen durch… dann wird’s ein Sonntagskind. So wie Ich, Du und auch Mia.‘

Zurück zur Geburt: Wir waren also seit 23.15Uhr im Kreißsaal, nach 22min war der Muttermund 7cm offen und die Wehen hatten eine Stärke von 9. Um 00.20 Uhr ging es so richtig schnell los, die Presswehen. Ich ging also in Richtung Stuhl/ Liege. Links mein Freund und rechts meine Mama. Vor mir die Hebamme. Viel kann ich gar nicht mehr sagen, denn nach 2 Presswehen hielt die Hebamme unser Mädchen schon in den Händen.

Die Tränen schossen bei uns allen in die Augen. Was für ein unbeschreiblicher Moment. Und dennoch gingen alle Blicke sofort in Richtung Beine, denn wir hatten uns bezüglich des Geschlechtes überraschen lassen. Einfach nur unbeschreiblich. Die nächsten zwei Stunden verflogen wie im Flug. Wir schauten und beobachten unser Sonntagskind – stundenlang.

Ich bin so stolz auf meinen Körper. Dass ich zwei so schnelle, unkomplizierte, einfache Geburten erleben durfte.

Meine Mutter sagt oft, dass sie Geburten nicht als schön empfinden könne. Nicht ihre eignen fünf und auch wenn andere davon erzählen oder in Filmen oder Büchern davon berichtet wird.. Umso mehr erfreut mich zu hören, dass sie meine, als unverzichtbare Unterstützung, als traumhaft und wunderschön empfindet/ beschreibt. Ich muss sagen, dass ich zwei ganz wundervolle Geburten hatte, die ich beide wirklich genossen habe. Auch wenn es sich komisch anhört… es war so! ❤️

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